Cairns- mein letzter Stopp an der Ostküste

Am Donnerstagabend bin ich am Busbahnhof in Cairns angekommen und nach einem Anruf im Hostel wurde ich ein paar Minuten später vom Shuttlebus abgeholt und direkt zum Hostel gebracht. Was ein Luxus. Mein Hostel war auch recht klein und ausnahmsweise mal ruhig, da es keine eigene Bar gab, sondern das Njoy mit einem größeren Hostel kooperiert. Das heißt ich konnte tatsächlich auch ohne Ohropax schlafen, was in Hostels eher eine Seltenheit ist. Aber an Ausschlafen war leider trotzdem nicht zu denken, da ich für Cairns einige Aktivitäten geplant und schon gebucht hatte.

Freitag, der dreizehnte November: Skydiving! J Erstaunlicherweise war ich bis zu dem Morgen noch nicht nervös und hab also damit gerechnet, dass die Nervosität jeden Moment einsetzt. Etwas Aufregung kam auf als ich am Hostel abgeholt wurde, aber nach der langen Fahrt, den Sicherheitseinweisungen und viel Warterei war das auch schon wieder abgeklungen. Um die Wartezeit zu überbrücken wurden uns einige kleine Werbefilmchen gezeigt und unter Anderem auch für Indoor- Skydiving. Hab ich mir bis dahin noch nichts bei gedacht, aber irgendwie kam mir alles ziemlich bekannt vor und das aus einem bestimmten Grund, denn es ging um Bottrop, meine Heimatstadt. Da sitzt man am anderen Ende der Welt und bekommt Bilder aus der Heimat gezeigt- komisches Gefühl, aber ich musste schon lachen und mein Tandempartner war auch ganz begeistert davon und hat dort sogar schon ein paar Monate gearbeitet.

Ich war schon irgendwie aufgeregt vor meinem Sprung, aber nicht, dass ich ein mulmiges Gefühl gehabt hätte oder Angst, sondern ich hab mich unglaublich gefreut, hab die meiste Zeit gelacht und das auch während des Sprungs selbst. Mark, der mit mir gesprungen ist, hat mich ständig gefragt, ob ich mittlerweile nervös bin, aber das Gefühl hab ich tatsächlich ausgelassen.

Mit dem Flugzeug ging es dann rauf auf 14.000 ft. Die Aussicht war unglaublich, Mark hat mir etwas erklärt was überall zu sehen ist und dann ging auch schon das rote Lämpchen an: 3 Minuten bis zum Sprung. Brille auf, noch mal alle Gurte kontrollieren und darauf warten was als nächstes passiert. Als das grüne Licht dann an ging, ging alles recht schnell. Wir sind als fünftes gesprungen, aber es ging alles Schlag auf Schlag. Spätestens als ich an der offenen Luke saß, die Beine schon unterm Flugzeug, dachte ich ich würde Bammel kriegen und einen Rückzieher machen wollen, aber ich hab mich einfach nur gefreut auf das was kommt. Und es war der absolute Hammer! Der freie Fall war ungefähr eine Minute lang, wir haben uns viel gedreht und ich hab mich keinen Moment unsicher gefühlt. Als dann der Schirm auf ging, ist mir kurz die Luft weggeblieben, denn damit hatte ich in dem Moment überhaupt nicht gerechnet und man wurde ziemlich unsanft abgebremst. Wie lange der Flug dann noch andauerte weiss ich gar nicht, aber es war einfach toll! Zwischenzeitlich durfte ich den Schirm sogar lenken und es ist eigentlich genau wie Drachen steigen lassen, nur dass man selbst dran hängt. Und dann war es leider auch viel zu schnell wieder vorbei. Am liebsten wäre ich direkt noch mal gesprungen J

Den Rest des Tages ist dann nicht mehr viel passiert. Etwas umher schlendern, die Stadt angucken, etwas einkaufen und abends im Hostel hab ich dann mal meinen Blog annähernd auf den neusten Stand gebracht, bis mir aufgefallen ist, dass es schon kurz nach Mitternacht war und ich am nächsten Morgen oder genau genommen am gleichen Tag um sechs in der Früh aufstehen musste.

Denn am Samstag ging es für mich schnorcheln im Great Barrier Reef- schon wieder. Und so wirklich Lust hatte ich auch gar nicht mehr darauf. Aber was solls, alles mitnehmen was geht und manchmal werden die Dinge doch besser als gedacht. Es ging wieder mit einem schönen Katamaran raus aufs Meer, allerdings diesmal mit fast hundert Leuten an Bord, was mir definitiv zu viel war. Dadurch war es irgendwie unentspannt. Die Schnorchelstopps waren ganz in Ordnung, aber es war nicht viel anders als alles bisherige was ich im GBR gesehen habe, allerdings bin ich mit einer Schildkröte geschwommen J. Dieses Mal hatten wir keine Anzüge an zum Schwimmen, aber zumindest an ein Tshirt hatte ich gedacht. Hätte ich es doch auch mal beim zweiten Schnorchelgang getragen und am besten auch noch eine Hose. Da ich so weit allerdings nicht gedacht habe, muss ich jetzt mit Sonnenbrand leben und der tut vor allem beim Sitzen unglaublich weh. Zum Glück waren die beiden Aktivitäten in genau der Reihenfolge, denn mit dem Sonnenbrand wäre der Skydive unglaublich schmerzhaft geworden.

Jetzt grade sitze ich in Cairns am Flughafen und warte auf meinen Flieger nach Melbourne. Flug Nummer 11 von 12 bevor es dann mit drei weiteren Flügen in 3 ½ Wochen nach Hause geht. Das muss ich mir selbst aber immer wieder sagen, denn mein Gefühl sagt mir: Du bist am Flughafen, jetzt geht’s ab nach Hause. Aber so ist es ja noch nicht. Allerdings ist es mittlerweile nicht mehr lang, aber ich habe noch zwei große und hoffentlich tolle Touren vor mir. Morgen habe ich noch einen freien Tag in Melbourne (Victoria) , mal wieder eine andere Zeitzone als hier momentan (Queensland), und am Dienstag geht es dann über die Great Ocean Road bis nach Adelaide (South Australia- noch eine andere Zeitzone) und von da aus dann ins Landesinnere, zum Uluru, bis nach Alice Springs (Northern Territory) und in welcher Zeitzone das dann liegt, keine Ahnung. 

 

Schaun wir mal ;)

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