Fiji Experience

Mittlerweile ist Tag 13 meiner Reise. Ich sitze im Bus zwischen Surfers Paradise und Noosa, was in etwa 4 Stunden dauert. Die Zeit zum Schreiben habe ich also wieder einmal, aber kein wifi, um mit meinem Laptop online zu gehen.

Damit mein Post nicht zu lang wird, splitte ich ihn aber in zwei Teile auf.

Seit Beginn meiner Reise ist einiges passiert. Als ich abends in Nadi, Fiji, angekommen bin, war ich total ko von den Flügen, es war warm und die Luft war drückend und ich habe mich unglaublich allein gefühlt. Der erste Abend meiner Reise und ein totaler Tiefpunkt. Und dabei war es eigentlich richtig schön dort. Das Resort lag direkt am Strand und tagsüber wurden auch verschiedene Aktivitäten angeboten, aber an dem Abend war einfach nur alles mies. Zum Glück ist das aber nicht so geblieben. Der nächste Tag war auch noch nicht der beste, aber es wurde besser. Leider hat es aber den ganzen Tag geregnet, ich war schon früh wach und dadurch hat sich der Tag nahezu endlos gezogen. In den immer wiederkehrenden Phasen von Unbehagen und Heimweh- nach Zuhause und auch nach Tasmanien- hab ich sogar nach Flügen zurück nach Tasmanien geschaut, dass ich in meiner letzten Woche in Australien noch mal zurück fliegen kann. Aber die Überlegung wurde ein paar Tage später durch eine andere Entscheidung ersetzt. Denn nach meiner Fiji- Tour ist mir schmerzlich bewusst geworden wie teuer reisen doch wirklich ist. Also hab ich mich mit AIFS in Verbindung gesetzt und meinen Rückflug nach Deutschland um eine Woche vorverlegt, weshalb die Verbindung jetzt nicht optimal ist, ich aber einiges an Geld spare.

Aber das ist jetzt schon etwas vorgegriffen, denn dazwischen lagen noch vier wunderbare Tage Fiji Experience- eine Tour rund um Viti Levu, die Hauptinsel der Fijis und einen Abstecher nach Robinson Crusoe Island.

Am ersten Tag gings dann auch direkt auf die Insel. Mit dem ganzen Gepäck ging es auf einen kleinen motorisierten Kahn und dann 40 Minuten bis zur Insel, auf der außer dem Resort nichts war. Kurz nach unserer Ankunft sind wir dann zum Schnorcheln raus gefahren. Mein erstes Mal und von den Guides die mit waren, hat auch keiner irgendwas mal erklärt worauf zu achten ist. Jeder hat Flossen, Brille und Schnorchel bekommen und dann gings ins Wasser. Antje hat mir dann erklärt worauf ich achten muss und darüber war ich auch echt froh. Jedes Mal wenn ich unter Wasser atmen musste, hab ich erst mal Panik bekommen, aber sobald ich mich daran gewöhnt habe war es richtig gut. Die Fische haben so unglaublich leuchtende Farben und unsere Guides hatten einen Speer dabei und haben Fische zum Grillen am Lagerfeuer gefangen, was schon interessant anzusehen war. Zurück auf der Insel hat Guy uns dann mit seiner Machete grüne Kokosnüsse aufgeschlagen. Ich hatte einen guten Tag und hab allem eine Chance gegeben. Zuhause mag ich weder Kokosnuss, noch Ananas oder Fisch. Da hab ich alles probiert und war begeistert. Ja tatsächlich. Schade, dass es bei uns nicht den Kokossaft, sondern nur die Milch gibt. Neben all den Aktivitäten hatten wir auf jeden Fall noch genug Zeit zum Entspannen und den ganzen Tag über hatte ich auch keine Ahnung wie spät es eigentlich ist, aber das war egal. Auf Fiji stört es eh die wenigsten. Ist halt Fiji time oder Island time- Zeit spielt keine Rolle. Und für einen Urlaub war das genau das Richtige. Ein Highlight auf der Insel war auch definitiv das Duschen. Ich glaube mit so wenig Wasser bin ich noch nie ausgekommen. Der Generator auf der Insel läuft von 7 am bis Mitternacht und in der Zeit gibt es an einem Wasserhahn fließend Wasser. Zum Duschen musste man sich also dort Wasser holen, das in einen Eimer in der Dusche füllen, an dem unten ein Wasserhahn ist und den Eimer dann wieder hochziehen. Ich hatte die ganze Zeit die Befürchtung, dass das Wasser nicht reicht, aber am Ende war der Eimer sogar noch halb voll.

An dem Dienstag gings dann zurück aufs „Festland“ oder die Hauptinsel, je nachdem wie mans nimmt. Dort gibt es nur einen Highway, der einmal komplett um die Insel führt. Und zwar gehört das Land noch den Einheimischen und wenn die Regierung irgendetwas bauen will, wie Straßen, Krankenhäuser oder dergleichen, brauchen sie die Einwilligung der Einheimischen dazu. Entlang des Highways liegen weiß angemalte Steine, die jeweils für einen Menschen stehen und noch aus den Zeiten des Kannibalismus stammen.

Nachmittags sind wir zu einem Wasserfall gewandert, was allerdings nicht mit tatsächlichem wandern gehen zu vergleichen ist und auf dem Weg dorthin, sind wir an dem Fluss entlang gefahren, an dem der Film Anakonda gedreht wurde. Angesagt für die „Wanderung“ waren Flip Flops, aber für den Weg war es eigentlich egal- jegliches Schuhwerk war falsch. Zuerst mussten wir über eine Straße laufen, die noch im Bau war, durch ein Dorf, in dem acht Familien leben. Von da an hatten wir auch zwei kleine Jungs als Begleiter, die uns auch erstaunlich viel geholfen haben. Der weitere Weg ging irgendwo durchs Nirgendwo, über Stufen, die in die Erde gegraben waren, durch einen Fluss und noch weiter. Am Ende kamen wir oberhalb von dem kleinen Wasserfall aus und unser Guide, sowie einer der Jungs sind auch direkt gesprungen. Keine Ahnung wie hoch es war- vielleicht 5- 6 Meter… Wir sind erst mal etwas weiter runter geklettert und aus 2 Metern gesprungen, aber irgendwann hat es mich dann doch gereizt und ich bin auch von oben gesprungen, den Pudding in den Beinen hatte ich dann erst nach dem Sprung :D

Am Donnerstag mussten wir uns an unserem ersten Stopp alle einen Sarong kaufen und uns wurde am Vorabend schon aufgetragen ein Shirt anzuziehen, das die Schultern bedeckt und auch für die Wasseraktion des Tages Shorts und ein Shirt einzupacken, da wir in einer Gegend waren, die außer von unserem Veranstalter touristisch nicht erschlossen ist und die Einheimischen es dort nicht gewöhnt sind Frauen in Bikini zu sehen. Unser Ziel war ein kleines Dorf, in dem wir mit einer traditionellen Kava Zeremonie begrüßt und in die Dorfgemeinschaft für unseren Aufenthalt aufgenommen wurden. Kava ist das traditionelle Getränk, das zu besonderen Anlässen aufbereitet wird. Ich wurde vorher schon von meinen Gasteltern vorgewarnt: muddy water! Ja, das trifft es ziemlich gut. Es sieht aus wie erdiges Wasser und es schmeckt auch ganz genau so. Aber man darf ja nicht unhöflich sein und die Sitten und Gebräuche ablehnen. Wir hatten einen der Männer aus dem Dorf als Übersetzer an unserer Seite, da während der Zeremonie nur die Dorfsprache gesprochen wurde, welche ein Dialekt von 127 verschiedenen ist, die in Fiji gesprochen werden. Nach der Zeremonie gab es dann Lunch, den die Frauen dort für uns zubereitet haben. Ich weiss nicht was es alles war, aber es war zum Großteil unglaublich lecker. Es war nur sehr ungewohnt alles mit den Fingern zu essen und es war nicht alles davon Fingerfood. Anschließend haben wir noch die Schule in dem Dorf besucht, wo die Kids einige Lieder und Tänze für uns vorbereitet hatten. Da hab ich mich die meiste Zeit total unwohl gefühlt. Wir wurden wie Ehrengäste behandelt, was mir ziemlich unangenehm war und am Ende hatten wir die Möglichkeit Fotos mit den Kids zu machen, was wir aber nicht wirklich wollten, weil es uns falsch vorkam, bis wir von den Kindern angesprochen wurden, dass sie Fotos mit uns machen möchten und dass sie etwas enttäuscht seien, dass wir nicht direkt auf sie zugekommen sind um Fotos zu machen.

Als Abschluss unseres Aufenthalts im Dorf hatten wir ein Bamboo- Rafting, was mit Rafting zum Glück nicht viel zu tun hat. Wir saßen auf einem Bambusfloß, das unter unserem Gewicht schon zur Hälfte unter Wasser war. Aber das Wasser war warm und es hat Spaß gemacht. Einige der Kinder müssen diese Flöße allerdings als Transportmittel zur Schule nehmen. Manche von ihnen haben einen Schulweg von mehreren Kilometern, müssen mehrere Flüsse überqueren und werden auch eher aus der Schule nach Hause gelassen, dass sie den Weg nicht im Dunkeln zurücklegen müssen.

Der letzte Stopp des Tages war zum Schlammbad, baden im Hot Pool und zur Massage. Und der Hot Pool war wirklich unglaublich heiß, aber es hat Spaß gemacht. Zurück im Hostel haben wir dann auch nur noch geduscht, Wäsche gewaschen und uns mit den Mädels zum Dinner getroffen, bevor es ins Bett ging.

Den nächsten Tag hab ich nur entspannt, gelesen und das gute Wetter genossen, da es am Samstagmorgen wieder in den Flieger und zurück nach Australien ging.

 

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